Unterstützung für Asylbewerber und eine Gemeinschaftsunterkunft

Veröffentlicht am 24.11.2014 in Ortsverein

Asylbewerber Kind

Der Flüchtlingsstrom aus Asien und Afrika, ausgelöst durch Bürgerkriege hat nun auch Kronau erreicht. Auf der Wiese vor dem Schloss Kislau soll mit Wohncontainern eine Gemeinschafts-unterkunft für 200 Asylbewerber gebaut werden.  Dies ist eine Herausforderung für Bad Schönborn und vielleicht noch mehr für Kronau.

Nur 500 Meter sind es von Kislau zum Treff 3000 und zur nächsten Arztpraxis. Zu unserem Dorfplatz und zu den Sportplätzen sind es nur 1200 Meter. Begegnungen mit Flüchtlingen aus Syrien, Irak, Afghanistan und afrikanischen Staaten werden für uns zum Alltag werden. Darauf müssen wir uns einstellen. Es gibt viele Vorbehalte und Ängste in der Kronauer Bevölkerung. Darauf müssen wir uns einstellen und sie ernst nehmen. Wichtig sind dabei Gespräche und Begegnungen, um Vorurteile abzubauen.

Wir müssen diese Herausforderung annehmen und meistern. Dazu sehen wir uns in der Pflicht auf Grund unserer sozialdemokratischen Werte und unserer christlichen Traditionen, die ja in Kronau tiefe Wurzeln hat und uns zur Nächstenliebe verpflichtet.  Die Flüchtlinge, die hier ankommen, haben viel Leid,  Entbehrung und Todesangst hinter sich. Sie kommen hierher, weil sie hier eine bessere Zukunft erhoffen. Wir sollten sie nicht enttäuschen. Wichtig ist dabei, dass wir Verständnis für ihre Herkunft und ihr Schicksal zeigen. Wichtig ist ebenfalls, dass wir ihnen zeigen, welche Werte für uns wichtig sind und dass Demokratie die Grundlage für unser friedliches Zusammenleben ist.  Wichtig ist auch zu wissen, dass viele Flüchtlinge über eine Berufsausbildung verfügen und teilweise sogar studiert haben. Ihre Qualifikationen können und sollten Sie bei uns einbringen. Und eines haben Sie bei ihrer Ankunft bei uns schon bewiesen: Sie haben Durchhaltekraft und einen Durchhaltewillen. Sonst wären sie nicht hier.

Die Herausforderung bewältigen können die Gemeinden Kronau und Bad Schönborn nur gemeinsam. Deshalb begrüßen wir es, dass sich der Gemeinsame Verwaltungsausschuss mit diesem Thema befassen wird und Informationsveranstaltungen durchgeführt werden. Wir müssen uns vorbereiten auf die Ankunft der Flüchtlinge bzw. Asylbewerber.

Wir stehen dabei nicht allein. Die Landesregierung hat auf einem Flüchtlingsgipfel im Oktober Maßnahmen zur Unterstützung der Herausforderung durch die Asylbewerber beschlossen (http://www.integrationsministerium-bw.de/pb/,Lde/Fluechtlingsgipfel+bringt+umfangreiches+Massnahmenpaket+auf+den+Weg/?LISTPAGE=1583797 ). Dazu zählen neben einem Sonderbauprogramm, aus dem die Container vor dem Schloss Kislau finanziert werden:

  • Sprachförderung und Sprachkurse in den Flüchtlingsunterkünften
  • Erfassung und Förderung der schulischen und beruflichen Qualifikationen
  • Arbeitsmarktintegration incl. Vernetzungstreffen von lokalen Initiativen

Diese Möglichkeiten sollten wir nützen.  Dann werden wir die Herausforderung bei der Integration von Asylbewerbern meistern. Gerade Kronau mit seinen vielen Vereinen bietet sich an für beispielhafte Initiativen. Es wäre doch toll, wenn wir Handball- oder Sängertalente entdecken und fördern würden.  Das wäre dann ein neues „Kronauer Modell“. 

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Benno Homann

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